„Nur Stämme werden überleben“ – Diskussionsveranstaltung am 25. Februar

Unter dem Titel „nur Stämme werden überleben“ haben wir uns darüber ausgetauscht, wie unsere persönlichen Wünsche nach Gemeinsamkeit und Gemeinschaft aussehen. Darüber, ob es dabei ausschließlich um gemeinsames Wohnen geht, oder ob es auch andere Formen gibt, um sich mit anderen „gemeinsam“ , bzw. sich zugehörig zu fühlen. Auch darüber, ob das eher ein Thema für ältere Menschen ist, oder ob auch jüngere sich dafür interessieren. Und natürlich über Vorteile und Nachteile.

In unserer Diskussion hat eine wichtige Rolle gespielt, wie wir durchaus unterschiedliche Wünsche haben, wie wir das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verpflichtung wahrnehmen. Schließlich sind einige von uns ja gerade irgendwann aus einengenden Gemeinschaftsverhältnissen (Dorf, Familie, Provinz) geflüchtet. Wichtig war uns, dass uns eine Gemeinschaft mehr Selbstgestaltungsmöglichkeiten ermöglichen muss und kann. Auch die Chance zu persönlicher Weiterentwicklung wurde gesehen. Gemeinschaft bietet die Chance zu Wahlverwandtschaften, aber natürlich nicht die Garantie für das Gelingen von bereichernder Kommunikation miteinander. Es gibt Gemeinschaften, die dazu neigen, ihre Mitglieder stark auf einen bestimmten Konformismus oder gar eine Ideologie einengen. Uns war wichtig, dass bei allen Vorteilen des Gemeinsamen die individuelle Entfaltungsmöglichkeit nicht leidet, sondern gefördert wird. Es macht wenig Freude, wenn wir in unserer Gemeinschaft nicht so sein können, wie wir sind. Gleichzeitig bietet Gemeinschaftsbildung eine Möglichkeit der zunehmenden Individualisierung und Vereinsamung in unserer Gesellschaft etwas entgegen zu setzen.

Wir haben uns auch darüber unterhalten, was wir tun können, um das Gelingen eines Gemeinschaftsexperiments zu fördern und haben dazu einige Erfahrungswerte zusammengetragen. Zum Einen scheint es wenig hilfreich zu sein, zu viele Erwartungen an die Gemeinschaft zu haben, die Gemeinschaft quasi zu überfrachten. Genau wie eine Zweierbeziehung kann auch eine Gemeinschaft nicht alle menschliche Bedürfnisse, die wir haben, befriedigen.

Auch scheint es wichtig zu sein, sich im Vorfeld ausführlich über die Wünsche und Bedürfnisse der Einzelnen auszutauschen und herauszufinden, was zusammenpasst. Ganz wichtig scheint auch zu sein, generell eine Atmosphäre von Großzügigkeit und Wohlwollen anzustreben. Auch eine angemessene Arbeitsteilung ist wichtig, nicht jeder kann, will oder soll alles machen. Darüber hinaus scheint es wichtig zu sein, ein gewisses Maß an tatsächlichem gemeinsamem Alltag zu haben, wie z.B. gemeinsames Essen in angemessener Häufigkeit. Individueller Wohnraum kann kleiner sein, wenn es die entsprechenden Funktionen im Gemeinschaftsbereich in ausreichender Form und Umfang gibt.

Einige von uns haben vereinbart, sich in unregelmäßigen Abständen weiterhin zu treffen und uns mit den Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Bildung einer queeren Gemeinschaft, bzw. eines Wohnprojektes zu beschäftigen. Wer möchte, kann hier gerne dazustoßen.


Text von Robert

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