Do

23

Feb

2017

'Metamorphose der Empfindungen' oder 'Die wundersame Verwandlung eines Großstädters', Teil II

Der andere Teil

Nachdem Z sich allen gewidmet, mit jedem der Anwesenden ein kurzes, nettes Gespräch geführt hatte, erschien noch jemand. Man hatte bei der Einladung zu diesem Restaurantbesuch nicht erwähnt, dass er auch kommen werde, weil diejenigen, die das Treffen organisiert hatten, nicht genau wussten, ob er überhaupt kommen werde, da er schon seit fast zehn Monaten nicht mehr in der Firma tätig war - er hatte ein Studium begonnen – und deshalb viele der heute Anwesenden nicht kannte. Z kannte ihn nur über das Telefon, wenn er Verbindung zu seiner alten Arbeitsstelle aufgenommen hatte, seine Stimme war von ihm immer als sehr angenehm empfunden worden, stets hatten sie sich nett am Telefon verständigt.

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Do

23

Feb

2017

'Metamorphose der Empfindungen' oder 'Die wundersame Verwandlung eines Großstädters', Teil I

Prolog

Metamorphose! – Welch Zauber, welch Fantasie und nicht vollständig begreifbare Poesie sich in diesem Worte doch offenbaren! Beschreibt es doch so treffend die Aneinanderreihung von mehr oder weniger glücklichen Lebenssituationen, in die die menschliche Natur – selbst- oder unverschuldet – im Laufe ihres Lebens gerät, die es ihr dann erlauben, sich körperlich und vor allem geistig zu entwickeln und zu reifen. Gestalt und Erscheinung eines Individuums ändern sich, ebenso wie Gefühle, Empfindungen und Einstellung zu sich selbst und seiner Umwelt, in der es sich befindet und wird sehr häufig schwächer oder auch stärker vom dem jeweiligen Lebensalter bestimmt.

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Mo

16

Jan

2017

Gegen die Selbst-Etikettierung

Weit verbreitet ist die Auffassung, dass es Schwule, Lesben und Heteros „gibt“, und dass man im Laufe des Lebens „herausbekommen“ kann (und sollte!), was man davon „ist“. Vieles spricht dafür, dass diese Auffassung nicht zutrifft und vielleicht das Leben vieler „Schwuler“ und „Lesben“ und „Bisexueller“ eher schwieriger als einfacher macht.

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Do

15

Dez

2016

Bloggen & Selbstsorge

Als ich begann, hier in diesem Blog regelmäßig Einträge zu schreiben, war ich sehr enthusiastisch. Es gab so viele Themen, die mir unter den Nägeln brannten und über die ich anderswo bislang kaum etwas gelesen hatte. Das Schreiben half mir, meine Gedanken zu ordnen und Dinge in Worte zu fassen, die ich vorher nicht benennen konnte. In gewisser Weise hatte es etwas Heilendes. Das Aufschreiben erlaubte mir all das loszulassen, was mir ständig durch den Kopf ging und lautstark nach Erklärungen rief.

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Do

27

Okt

2016

Was steckt hinter dem Willen zur Abwertung?

Wer von uns kennt sie nicht? Mit verbissenen Gesichtern und aggressiven Parolen kämpfen sie gegen die 'Ehe für alle', als hinge der Fortbestand der Menschheit davon ab. Die Verbindung zwischen Mann und Frau ist in ihren Augen sämtlichen anderen Formen von Beziehung überlegen und muss daher ihre privilegierte Sonderstellung behalten. Sie meinen zu wissen, dass Kinder nur bei Familien bestehend aus Mann und Frau 'gesund' und 'glücklich' aufwachsen können, ungeachtet aller Fakten. Sie fabulieren von einer 'natürlichen Dynamik' in verschiedengeschlechtlichen Beziehungen, während sie anderen diese absprechen. Jeder Versuch, sie mit rationalen Argumenten zu überzeugen, scheitert kläglich, prallt an ihnen ab wie an einer Teflonpfanne. Es scheint, sie verschließen ihre Augen, Ohren und Herzen, um gemeinsam in das Mantra ihrer eigenen Überlegenheit einzustimmen. Kein Durchdringen ist mehr möglich.

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Mo

19

Sep

2016

Nicht queer genug?

Meine ersten Erfahrungen in der schwulen Szene Berlins entsprachen nicht gerade meinen Erwartungen. Neben dem Konformitätsdruck mit all seinen Körpernormen und Schönheitsidealen stieß ich auch mit meinem Bedürfnis nach einer festen dauerhaften Partnerschaft auf Unverständnis und Ablehnung. Monogame Beziehungen unter Männern, so hörte ich häufig, seien das rosa Einhorn der schwulen Welt. Ein Fabelwesen, das nur in Legenden existiere, mit der Wirklichkeit aber nichts zu tun habe.

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Mo

15

Aug

2016

Queere Gemeinschaft und Konformitätsdruck

In Medienberichten taucht immer wieder ein Begriff auf, sobald von queeren Menschen die Rede ist: Gemeinschaft oder Community. In Zeitungsartikeln werden Jugendliche präsentiert, die während der schwierigen Phase ihres Coming Outs Zuflucht und Rückhalt in der Community finden. Als ich bei meinen ersten Gehversuchen in der schwulen Welt ebenso selbstverständlich von eben dieser Community sprach, wurde ich von den älteren Männern schnell eines besseren belehrt. Die sogenannte schwule Gemeinschaft sei nichts als ein Mythos, eine Erfindung. Aus ihren Worten sprach Bitterkeit und Resignation. Sie alle hatten gehofft, gesucht und am Ende nicht gefunden, was sie sich wünschten.

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Fr

01

Jul

2016

Hetero und queer?

An manchen Tagen wirkt alles harmonisch. Heteros feiern gemeinsam mit queeren Menschen und demonstrieren für ihre Rechte. Viele queere Räume öffnen sich und Labels wie 'heterofriedly' heißen auch heterosexuelle Gäste augenzwinkernd willkommen. Kurz, wir erleben eine Zeit gegenseitigen Annäherns und Kennenlernens. Neue Bande werden geknüpft und so manches Vorurteil abgelegt. Doch wie stabil sind diese Allianzen wirklich? Ereignisse wie jüngst das Massaker von Orlando lassen erahnen, dass sich das Misstrauen in akuten Krisensituationen nicht selten wieder Bahn bricht. Alte Wunden reißen auf. Essentialismen und Grenzziehungen, die manche längst überwunden glaubten, erleben ein ungeahntes Revival.

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Mi

08

Jun

2016

Filmkritik 'The Naked Civil Servant'

Bei meinen Streifzügen durch die unendlichen Weiten des World Wide Web stieß ich vor einiger Zeit auf einen Film, der mich auf eine ganz besondere Weise berührt und fasziniert hat. Die Rede ist von The Naked Civil Servant, einem britischen Fernsehfilm aus dem Jahre 1975. Er basiert auf der gleichnamigen Autobiografie des Autors und Exzentrikers Quentin Crisp, die im Deutschen unter dem Titel Crisperanto erschien. Im Folgenden möchte ich euch erzählen, was den Film für mich so besonders macht, und wieso ich ihn für revolutionär halte.

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Di

10

Mai

2016

Warum schweige ich?

Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem flüchtigen Bekannten über das Thema Wohnen. Wir sprachen über die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und die steigenden Mitpreise. Irgendwann kamen wir auf Wohn- und Hausgemeinschaften zu sprechen. Er erzählte mir von den Problemen des gemeinschaftlichen Wohnens und leitete dann nahtlos über zu den Schwierigkeiten, die beim Zusammenwohnen mit seiner Freundin aufgetreten sind. Als ich daraufhin vom Zusammenwohnen mit meinem Freund zu erzählen begann, änderte sich die Unterhaltung schlagartig.

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Fr

11

Mär

2016

Der Abgrund

Finster und drohend liegt er vor mir. Mit klopfendem Herzen taste ich mich heran. Meine Knie zittern. Ich weiß was mich erwartet, doch ist es als hätte ich ihn nie erblickt. Voller Schaudern beuge ich mich vor und dann sehe ich es. Endlose Tiefe. Wie ein weit aufgerissener Mund. Mir stockt der Atem. Nicht ist zu hören, außer dem wilden Brausen des Windes. Ein entsetzliches Schwindelgefühl überkommt mich. Irgendetwas scheint mich hinabzuziehen. Ich schließe die Augen und werde mir schlagartig bewusst, dass es nichts bringen wird. Ich werde ihn auch dann noch sehen.

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Di

09

Feb

2016

Queering und die Macht der Irritation

Irritation beunruhigt. Sie stellt scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage, zwingt uns zu einer Auseinandersetzung mit dem, was wir zu wissen glauben. Sie springt uns unvorbereitet an und stößt uns auf Wahrheiten, deren Existenz uns bislang verborgen war. Irritation offenbart Bruchstellen, wo wir niemals welche vermutet haben. Sie legt die Brüchigkeit der Norm frei und erlauben für einen kurzen Moment den Blick hinter den Vorhang. Diese Blicke verstören uns, ängstigen uns, lösen Unbehagen aus. Wir versuchen sie zu verdrängen, zu vergessen, in das bestehende Bild von der Welt zu integrieren.

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Fr

08

Jan

2016

Neujahrsvorsätze Reloaded

Vor einem Jahr habe ich einen Vorsatz gefasst. Es ging darum, die eigene Wahrnehmung zu schärfen, um die Wirkungsweise von Heteronormativität besser zu verstehen. Ganz bewusst wollte ich mich dabei nicht auf akademische Texte beziehen, sondern meine Beobachtungen ganz praxisnah auf meine Alltagserfahrungen stützen. Denn leider habe ich den Eindruck, dass sich ein großer Teil heteronormativitätskritischer Literatur bislang nahezu ausschließlich auf einem recht theoretischen, abgehobenen Level bewegt. Doch muss das so sein? Es ist bedauerlich, dass so viele gute Ideen und Impulse dadurch nur einem begrenzten Kreis von - meist akademisch gebildeten - Menschen zugänglich sind, und alle anderen außen vor bleiben.

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Mo

21

Dez

2015

Zurück

November. Drei Jahrzehnte voller Erinnerungen an dich. Ich liege wach und schließe die Augen, versuche nicht an dich zu denken. Manchmal gelingt es mir. Und manchmal fällt mir wie aus dem Nichts etwas von dir ein, etwas ganz Belangloses, Banales. Dann wird mir klar, dass es unwiederbringlich ist, dass nichts auf der Welt dich zurückholen kann. Angst vor dem Tag, an dem ich beginne dich zu vergessen, an dem unsere gemeinsame Geschichte erlischt. Eine Geschichte, die nur wir beide miteinander teilen.

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Mo

09

Nov

2015

Beleidigen für Fortgeschrittene

Eigentlich sollte ich es besser wissen. Ich lese einen kontroversen Artikel im Internet, nähere mich dem letzten Absatz und schon spüre ich es wieder, dieses Kribbeln in den Fingern. Noch ein kleines Stückchen weiter nach unten scrollen - zur Kommentarspalte. Dann höre ich die Stimme in meinem Kopf, die mich warnt: 'Gullydeckel bitte unten lassen!'. Und was passiert? Richtig, ein Schlammbad in den dunkelsten Sümpfen des World Wide Web. Old habits die hard.

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Do

08

Okt

2015

Que(e)r zum Staat

In den Köpfen vieler Menschen hält sich hartnäckig die Vorstellung, lesbische Frauen seien per se männlicher und schwule Männer weiblicher als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen und -genossinnen. Nur wer ausschließlich 'gegengeschlechtlich' begehrt, wird in seinem Geschlecht als authentisch anerkannt. Nun ließe sich fragen, was denn überhaupt unter 'Weiblichkeit' und 'Männlichkeit' zu verstehen ist. Ich möchte diesen durchaus berechtigten Einwand in diesem Blogpost jedoch nicht weiter verfolgen, sondern die Unschärfe ganz bewusst beibehalten, um mich der Frage zu widmen, wie stark Sexualität und geschlechtliche Rollenzuschreibungen miteinander verflochten sind. Wie wird das Verhältnis zwischen Frau und Mann innerhalb einer bestimmten Geschlechterordnung strukturiert?

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Mo

07

Sep

2015

Disempowerment verstehen

Vor einiger Zeit habe ich mich in einem Blogpost mit dem Thema Empowerment und Raumeinname beschäftigt. Dabei habe ich versucht aufzuzeigen, wie das Bestärken im eigenen Sosein dazu führt, dass Menschen das Gefühl haben, sich - so wie sie sind - im öffentlichen Raum selbstverständlich zeigen und bewegen zu können. In diesem Blogpost möchte ich das Thema nun von der anderen Seite beleuchten und der Frage nachgehen, was Disempowerment mit Ohnmachtsgefühl zu tun hat? In welchen Situationen lähmt es uns, und wie konstituiert es sich?

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Do

13

Aug

2015

Heteronormativität und ihre bösen kleinen Geschwister

In queeren Kontexten wird ein bewusster(er) Umgang mit Sprache häufig vorausgesetzt. Gerade im Hinblick auf normativitätskritische Ansätze spielt das Hantieren mit Worten und Begriffen eine entscheidende Rolle. Sprache kann ein mächtiges Mittel im Kampf gegen Unsichtbarkeit sein und gesellschaftliche Machtverhältnisse hinterfragen. Sie zwingt uns gewissermaßen zur Selbstreflexion und hindert uns daran, uns auf dem erreichten Status Quo auszuruhen. Doch nicht immer ist ein vorschnelles Übernehmen neuer Begriffe angebracht. So ist seit einigen Jahren vermehrt von Homonormativität und Transnormativität die Rede. Anlehnen tun diese sich an Heteronormativität und beschreiben ein normatives Konzept von Homosexualität und Transsexualität. Was auf den ersten Blick durchaus sinnvoll erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als irreführend.

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Sa

08

Aug

2015

Wut im Bauch

Eine wolkenverhangene Nacht. Die Sonne war schon vor vielen Stunden untergegangen. Als ich das Haus verließ, schlug mir das Herz bis zum Hals. Keine Aufregung, wie sie Menschen verspüren, die unerwartet in eine gefährliche Situation geraten. Eher eine seltsame Art der Vorfreude. Eine Vorfreude, die sich aus dem Wissen speist, selbst Teil jener Gefahr zu sein. Um in der Dunkelheit nicht gesehen zu werden, hatte ich mir die Kapuze tief über den Kopf gezogen. Wenn ich heute daran denke, finde ich es fast lächerlich, wie bedacht ich vorging.

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Di

07

Jul

2015

Märznacht

Als Kind liebte ich es, mich des Nachts wenn meine Eltern mich zu Bett gebracht hatten, heimlich auf das Fensterbrett meines Zimmers zu setzen und in die Sterne zu blicken. Manchmal suchte ich nach Orion, dem großen Wagen oder dem kleinen Bären. Besonders schön waren die lauen Sommernächte, in denen ich das Fenster öffnen konnte. Die Luft war herrlich kühl und bot eine willkommene Abwechslung zum heißen, stickigen Zimmer. Es war, als ob ich dort oben etwas suchte, so als hätte ich etwas verloren...

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Mo

22

Jun

2015

Heteronormativität - Der blinde Fleck

Oft sprechen wir in queeren Zusammenhängen von 'Heteronormativität', als ob sie Außenstehenden sofort klar wäre. Wir setzen dabei voraus, dass etwas, das unser Leben so grundlegend beeinflusst bzw. einschränkt, in seiner Wirkmächtigkeit einfach verstanden werden muss. Wie können andere Menschen etwas so Offensichtliches nicht sehen? Wie können sie nicht begreifen, dass die Art, wie wir uns kleiden, bewegen und verhalten, einer heteronormativen Logik folgt?

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Di

02

Jun

2015

Heterosexualität in der Krise

Die aktuelle Diskussion zum Thema 'Ehe für alle' trägt teils erstaunliche Blüten. Erstaunlich vor allem aufgrund der Hartnäckigkeit und Borniertheit, mit der die Gegner_innen seit gefühlten hundert Jahren dieselben verstaubten Argumente vom 'Kindeswohl', der 'Natürlichkeit' und der 'Keimzelle der Gesellschaft' aus der Mottenkiste zaubern. Dass nicht nur der bloße Menschenverstand, sondern zahlreiche Studien längst das Gegenteil bewiesen haben, interessiert sie nicht. Denn was der Bauer nicht kennt...

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Di

19

Mai

2015

Kartenhaus der Normalität

Ein Coming Out stellt uns vor viele Herausforderungen. Wir versuchen uns Klarheit über unser Sosein zu verschaffen, lesen, tauschen uns aus, machen neue Erfahrungen. Irgendwann stehen wir dann vor der Aufgabe, unser Umfeld an unserem Innenleben teilhaben zu lassen. Am Ende steht die Verpuppung der an sich selbst zweifelnden Larve zu einem selbstbewussten, strahlend schönen Schmetterling. Völlig selbstverständlich erzählen wir am Arbeitsplatz vom Urlaub mit unserem/r gleichgeschlechtlichen Partner_in und sprechen dabei von 'Ehefrau' und 'Ehemann', oder stellen unser gutes Passing als naturgegebene Tatsache hin. Wir sind eben einfach trans*, bi, lesbisch oder schwul. Doch stimmt das wirklich?

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Di

05

Mai

2015

Heten, Cissys, Stinos - Der Mittelpunkt der Welt

Wir kennen sie wohl alle, die berühmte Frage danach, was denn die Eltern zum Coming Out gesagt haben, wie sie mit unserem Queersein umgehen und ob sie eine_n trotzdem weiterhin lieben. Analog tauchen auch gerne mal Fragen zur Schule, dem Arbeitsplatz oder dem Freundeskreis auf. Was einfach als eine interessierte Frage von Menschen gemeint sein kann, die direkt oder indirekt mit dem Thema in Bezug stehen, offenbart bei näherem Hinsehen ein Machtverhältnis, das ich in diesem Blogpost kritisch beleuchten möchte.

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Fr

03

Apr

2015

Rezepte: Grünes Thai-Curry nach Kathoey Art

Wer von uns kennt sie nicht: Die Tage, an denen scheinbar alles schief läuft. Stress auf der Arbeit, Ärger mit seinen Mitmenschen, der Wunsch, sich für immer in sein Schneckenhaus zurückzuziehen und nie mehr herauszukommen. Träume von fernen Ländern, weißen Stränden unter Palmen und dem gleichmäßigen Rauschen der Wellen. Sprühregen, Graupelschauer und Konsorten einfach mal gepflegt den Mittelfinger zeigen, sein Bündel schnüren und los geht's.

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So

22

Mär

2015

Sex und Freundschaft

Es ist weit verbreitet, die zwei Sphären Sex und Freundschaft getrennt zu halten. Das Edle einer Freundschaft solle nicht in die unreinen Niederungen des sexuellen Trieblebens herabgezogen werden. An einer Freundschaft schätzen wir Verlässlichkeit, Unterstützung und Beistand, die geistig-gedankliche Inspiration, die offenen Türen, die Beziehungen. Dagegen würden die Wirrungen und die starken emotionalen Irritationen, die das Sexuelle mit sich bringt, das Konstante und Gleichmäßige einer Freundschaft gefährden.

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So

08

Mär

2015

„Nur Stämme werden überleben“ – Diskussionsveranstaltung am 25. Februar

Unter dem Titel „nur Stämme werden überleben“ haben wir uns darüber ausgetauscht, wie unsere persönlichen Wünsche nach Gemeinsamkeit und Gemeinschaft aussehen. Darüber, ob es dabei ausschließlich um gemeinsames Wohnen geht, oder ob es auch andere Formen gibt, um sich mit anderen „gemeinsam“ , bzw. sich zugehörig zu fühlen. Auch darüber, ob das eher ein Thema für ältere Menschen ist, oder ob auch jüngere sich dafür interessieren. Und natürlich über Vorteile und Nachteile.

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Mo

23

Feb

2015

Lob der Eifersucht - Polyamorie und Bisexualität

Monogame Treue wird in queeren Lebenswelten als Norm häufiger in Frage gestellt als in der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft. Die Befreiung von beschränkenden sexuellen Normen bedeutete immer auch Offenheit dafür, mehr als einen Partner haben zu können. Unter dem Etikett „Polyamorie“ wird dies nun mehr und mehr auch in der Hetero-Welt zum Thema. Der Beginn einer neuen Liebe ist nicht mehr zwangsläufig das Ende der alten Liebe mittels „Schluss machen“, wie dies in der „seriellen Monogamie“ üblich war und ist. Polyamorie heißt, zwei oder mehr Liebesbeziehungen parallel zu haben, und alle Beteiligten wissen Bescheid. Heimliches Fremdgehen ist nicht mehr nötig.

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Mi

04

Feb

2015

Selbstentfremdung

In einem vorangegangenen Blogpost hatte ich das Thema Selbstentfremdung schon einmal aufgegriffen. Da ich es gleichermaßen wichtig wie interessant finde, und der Ansicht bin, dass das Thema einen eigenen Eintrag verdient hat, möchte ich hiermit nochmal ausführlicher darauf eingehen. Vielleicht regt es ja etwas zum Nachdenken an. Die Fragen, denen ich mich widmen möchte sind zum einen, welche Auswirkungen heteronormative Sprachhandlungen auf die Eigenwahrnehmung queerer Menschen haben, und zum anderen, wie diese mit dem Phänomen der Selbstentfremdung in Zusammenhang stehen.

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Di

20

Jan

2015

Wo beginnt Gewalt?

Gleich vorweg, dieser Blogeintrag wird möglicherweise etwas schwer verdaulich sein. Ich habe lange gezögert, ihn zu schreiben. Zum einen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich selbst tatsächlich bereit bin, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Manchmal scheint es mir besser, sie unter der wohlig warmen Decke aus Selbstbetrug ruhen zu lassen. Schließlich können Schönreden und Wegsehen durchaus sinnvolle Bewältigungsstragien sein. Ist die Wahrheit erst einmal Schicht um Schicht freigelegt, kann sie nicht mehr so einfach zurückgenommen werden. Meine Sicht auf diese Welt wird danach möglicherweise nicht mehr sein wie früher.

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Sa

03

Jan

2015

Neujahrsvorsätze

Ich hasse Vorsätze. Wenn ich etwas aus den vergangenen Jahren gelernt habe, dann dass Vorsätze nur dazu da sind, um gebrochen zu werden. Vor ein paar Jahren habe ich mir einmal vorgenommen, mich gesünder zu ernähren. Zehn Tage später erblickte ich im Einkaufwagen immer noch kein Obst oder Gemüse. Und die Frage, wie das doch gleich mit dem Verzicht auf Zucker war, ließ sich nach wie vor am besten bei einer Tafel Schokolade klären. Ein andermal nahm ich mir vor, mehr Sport zu treiben. Der erste Januar kam und der bloße Blick auf die matschig-graue Schneelandschaft vor meiner Haustür ließ die Joggingschuhe für ein weiteres Jahr ganz hinten im Schuhschrank verschwinden.

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Mo

29

Dez

2014

Schwuler werden - statt schwul oder hetero sein

Die Etikettierung, schwul zu sein (oder lesbisch, oder bi etc.), gilt als gesellschaftlicher Fortschritt. Wir tun nichts Unanständiges, wenn wir Männer lieben, denn nach dieser Sichtweise tun wir es, weil wir schwul sind. Schwule Identität ist demnach die Ursache der sexuellen Orientierung; schwule Identität ist die Eintrittskarte für die Zugehörigkeit zu einer anerkannten gesellschaftlichen Minderheit. Das schwule Coming Out gilt als Prozess der Selbsterkenntnis und Selbstfindung, zunächst schmerzlich, schlussendlich erlösend und befreiend: es ist alles in Ordnung mit mir, weil ich, anders als die Mehrheit, schwul bin. Als Krönung dieser Identitäts-Sicherheit gilt vielen der Nachweis einer genetischen Verursachung der Homosexualität.

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Mi

24

Dez

2014

Unterwegs

Ich sitze auf dem Rücksitz. Meine Eltern diskutieren lautstark über den kürzesten Weg, meine beiden Schwestern versuchen sich vergeblich einzumischen. Inmitten des Stimmengewirrs das gleichmäßige Brummen des Motors. Ein Klangteppich, so unendlich vertraut, dass er mich stets aufs Neue einzulullen vermag in sanfte Lethargie. Unsere Hündin liegt hinten im Kofferraum, nur um hin und wieder aufzustehen und in strengem Ton aufgefordert zu werden, sich wieder hinzulegen. Manchmal glaube ich, sie tut es einfach, um sich uns erneut ins Gedächtnis zu rufen. So als habe sie Angst, sich in Luft aufzulösen, wenn wir sie nicht mehr wahrnehmen.

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Do

18

Dez

2014

Die Macht des Markierens

Nicht selten erlebe ich es im Alltag, dass meine Mitmenschen die Andersartigkeit von Personen oder Personengruppen in Kontexten besonders betonen, in denen diese Andersartigkeit eigentlich gar keine Rolle spielt. Oftmals wird so ein Kausalzusammenhang suggeriert, der tatsächlich gar nicht besteht. Vor einigen Jahren las ich in einer Zeitung die Überschrift, die in etwa lautete: 'Vegetarierin lässt Kind verhungern!' Obwohl die Tatsache, dass die Mutter sich vegetarisch ernährte, für die Tat keinerlei Relevanz besaß, entstand durch die Überschrift der Eindruck, der Grund für das Verhungernlassen bestünde im Vegetarismus der Mutter.

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Mi

17

Dez

2014

Warum fragen wir nicht?

Letztens hatten wir bei der QueerGeist Adventsfeier ein Gespräch. Ich, aufgewachsen in Deutschland, M., aufgewachsen in Frankreich und J., aufgewachsen in England.

J. fragte: Wie lernen sich Menschen in Deutschland kennen??

Sie wohnt hier in einem Haus, sogar ein Hausprojekt und vermutet, dass kaum eine_r bis niemand aus ihrem Haus, etwas über sie weiß.

Sie fragt ihre Mitbewohnenden und bekommt auch Antworten. Auffällig ist allerdings, dass sie sehr wenig gefragt wird.

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Mo

01

Dez

2014

Brief an mein jugendliches Ich

Nun weißt du es also. Du fühlst weder Scham noch Triumph, nicht einmal Verwirrung. Es kommt dir so selbstverständlich vor, dass du nicht einmal mit dem Gedanken spielst, dass es auch anders sein könnte. Im Grunde fühlst du dich nicht anders als zuvor. Und doch hast du ohne es zu ahnen das Tor zu deiner Zukunft aufgestoßen. Später wird dir die Tragweite dieses Wissens bewusst werden und du wirst dich darüber wundern, mit welcher Gleichgültigkeit du ihm zu Anfang begegnet bist.

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Do

20

Nov

2014

Sehgewohnheiten & Lesefähigkeit - Wie queer bin ich wirklich?

Die Wahrnehmung unserer Welt basiert auf dem, was wir sehen. Vom Tag unserer Geburt bis zu unserem Tod sind wir einer regelrechten Bilderflut ausgesetzt, was sich mit dem Aufkommen der Massenmedien nochmal massiv verstärkt hat. Auf der Straße lächeln uns nette Menschen mit strahlend weißen Zähnen von den Plakaten entgegen, springen uns von den Covern diverser Zeitschriften regelrecht an und besuchen uns mit dem Griff zur Fernbedienung gerne auch direkt zu Hause. Sie sind vielleicht nicht immer schön, aber doch irgendwie schöner als wir selbst. Sie sind erfolgreich, jedenfalls meistens. Selbst wenn sie es nicht sind, wissen sie zumindest, wie sie es werden können.

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Do

13

Nov

2014

Wem nützt die Gewalt gegen queere Männer?

Wie oft habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich den Habitus meiner männlichen - und meist heterosexuellen - Geschlechtsgenossen analysiert und dabei systematisch in seine Einzelteile zerlegt habe, um es von allen Seiten gründlich zu beleuchten? Irgendwie gab es mir ein Gefühl von Überlegenheit, so als sei ich ihnen einen Schritt voraus und kenne sie besser, als sie sich selbst. Das klingt wahrscheinlich recht überheblich, doch es half mir, mich in dieser mir fremd erscheinenden Welt zurecht zu finden und mir so ein kleines Stück meiner verlorenen Sicherheit zurückzugeben.

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Di

21

Okt

2014

Wenn Träume wahr werden - Eine Kurzgeschichte Teil 2

Mit der Zeit hielt der Alltag Einzug ins Leben der beiden Männer und die anfängliche Leidenschaft wandelte sich in bleierne Monotonie. Der Bauchumfang seines Traumprinzen wuchs zusehends, die ohnehin schon raren Dialoge beim abendlichen Beisammensein wurden noch seltener. Die Abstände, in denen sein Rosenkavalier einen Wechsel der Unterwäsche für nötig hielt, nahmen zu, wie die Abstände, in denen sie die 'ehelichen Pflichten' vollzogen. Wenn er nach getaner Arbeit nach Hause kam, zog er es vor, hastig und schweigend sein Abendessen einzunehmen, nur um es sich alsbald vor dem heimischen Fernseher mit einem Kasten Bier gemütlich zu machen und ein Bundesliga-Spiel anzusehen. Nicht ein Wort des Dankes dem fleißigen Koch, der sich mit dem Essen solch eine Mühe gegeben hatte. Die frischen Pfingstrosen auf dem Tisch wurden lieblos mit den Worten, er habe nichts übrig für solchen Weiberkram, beiseite geschoben.

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Di

21

Okt

2014

Wenn Träume wahr werden - Eine Kurzgeschichte Teil 1

Ein richtiger Mann. Stark, roh und unverfälscht. So hatte er es sich immer erträumt. Keiner, der im Badezimmer am Morgen länger als zehn Minuten brauchte. Keiner, der beim Grand Prix-Schauen Piccolo aus Champagnerflöten trank, sondern einer, der in großen Zügen beim Fußball-Schauen auf dem heimischen Sofa sein Bier zischte, sich danach den Schaum aus dem Schnurrbart wischte, um sich danach - die Hand in der Hose - wieder grunzend dem Spiel zu widmen. So richtig männlich eben.

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Mo

06

Okt

2014

Awareness Test 'Heteronormativität'

Heteronormativität ist oft Gegenstand akademischer Diskurse. Jenseits der Gender- und Queer Studies stößt man jedoch noch immer auf große Unwissenheit. Oft fragen einen Menschen, was Heteronormativität denn eigentlich sein soll. So sehr ich mich auch bemühe, gelingt es mir dann meist nicht, den Begriff ohne das diskursspezifische Fachvokabular à la 'binäres System', 'dichotomes Geschlechtermodell' oder 'Geschlechtsperformanz' verständlich zu machen. Da ich mich im Eintrag zum Thema Homophobie vor einigen Monaten bereits ausführlich mit der Definition des Begriffs auseinandergesetzt habe, möchte ich mich hier aber nicht weiter damit befassen. Stattdessen möchte ich versuchen, Heteronormativität einmal als Selbsterfahrungstest begreifbar zu machen. Wo macht sich Heteronormativität in meinem Alltag konkret bemerkbar?

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Mi

24

Sep

2014

Nachwort zum Berliner CSD 2014

Im vergangenen Sommer war viel von einer Spaltung oder Zersplitterung der Community die Rede. Besonders deutlich wurde dies in den nicht enden wollenden Diskussionen um den Berliner CSD 2014. Anders als in den letzten Jahren ging es hierbei weniger um den Klassiker Anpassung vs. Provokation. Stattdessen schien nun ein seit Jahren schwelender Konflikt an die Oberfläche zu treten. Die Frage, die alles überlagerte war, wem der CSD denn eigentlich gehört. Gehört er überhaupt jemandem? Einige Stimmen waren der Ansicht, er gehöre dem CSD e.V., andere argumentierten, er gehöre einzig und allein der Community, und wieder andere lehnten generell jede Form von Besitzanspruch ab.

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Do

28

Aug

2014

Buchkritik 'Stone Butch Blues'

Es gibt viele Bücher, die mich im Laufe meines Lebens geprägt haben. Solche, die mich gelehrt haben, fremden Dingen mit Neugierde zu begegnen, statt mit Angst. Oder solche, die mir beigebracht haben, wie wichtig es ist, zu sich selbst zu stehen und für seine Ziele zu kämpfen. Diese Bücher sind nicht einfach nur bedruckte Seiten für mich. Sie sind das Tor in eine Welt, die mir einerseits vertraut ist und mich doch jedes Mal aufs Neue mitfiebern lässt. Sie erlauben mir, mich an Orte zurückzuziehen, die auch nach Jahrzehnten noch dieselben sind. Zeitlose Orte, resistent gegen Veränderungen.

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Fr

25

Jul

2014

Nur weil wir schwul sind, heißt das noch lange nicht...

Nicht wenige von uns machen die Erfahrung, im Alltag auf ihre Geschlechtsidentität oder Sexualität reduziert zu werden. Beispielsweise in Gesprächen, bei denen es nach der beiläufigen Erwähnung der Partnerin/des Partners plötzlich nur noch um das Thema Homosexualität geht, oder in Fernsehsendungen, in denen queere Identitäten praktisch nur in problematisierter Form vorkommen. Am Ende heißt es natürlich - ganz politisch korrekt - Sexualität/Gender spiele eigentlich überhaupt keine Rolle und es sei ja völlig egal, ob man schwul, lesbisch, bisexuell oder trans* ist.

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Di

01

Jul

2014

Mein queeres Utopia

Früh spürte ich, dass ich nicht so war, wie die meisten anderen Jungs in meinem Alter. Ich langweilte mich beim Fußballspielen, prügelte mich nur, wenn jemand den Bogen überspannte und spielte bei 'Jungs fangen die Mädchen' ganz selbstverständlich auf Seiten der Mädchen, was sicherlich auch daher rührte, dass ich mich den Jungs gegenüber nicht sonderlich loyal verhielt und meine gefangenen Mitschülerinnen immer 'versehentlich' entkommen ließ.

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Di

10

Jun

2014

Queer Empowerment

Ich lebe in einem Randbezirk Berlins, den einige wohl als 'angenehm ruhig', andere hingegen als 'hoffnungslos spießig' bezeichnen würden. Bislang habe ich als schwuler Mann - bis auf gelegentliche blöde Sprüche - noch keine direkte Ausgrenzung zu spüren bekommen, wenngleich ich im öffentlichen Raum durchaus sichtbar bin. Im Grunde fühle ich mich hier recht wohl. Anders, als in anderen Teilen der Stadt, die gemeinhin als besonders weltoffen und progressiv gelten. Geht es um Berlin als ganzes, habe ich nicht das Gefühl, mich im öffentlichen Raum wirklich frei und selbstverständlich bewegen zu können.

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Sa

24

Mai

2014

Everybody hurts

Über lange Jahre hinweg hat der lesbische und schwule Mainstream den Blick auf die eigene Ausgrenzung durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft gerichtet. Erst in jüngster Zeit begann ein Reflektieren über Ausgrenzungsmechanismen innerhalb der queeren Community. Dabei stellte sich - oh Wunder - heraus, dass der schwule und lesbische Mainstream eben nicht so sakrosankt und frei von Ausgrenzung ist, wie er es gerne hätte.

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Mi

14

Mai

2014

Homophobie oder die Frage, wovon wir eigentlich reden

Häufig lesen wir in den Medien von 'homophoben Äußerungen', 'homophoben Gesetzgebungen' oder 'homophoben Straftaten'. Doch was auf den ersten Blick völlig klar erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als problematisch - nicht zuletzt die Berichterstattung selbst. Ich möchte in diesem Blogeintrag daher der Frage nachgehen, was wir eigentlich meinen, wenn von 'Homophobie' die Sprache ist. Meinen wir wirklich ein und dasselbe Phänomen? Wieso ist der Begriff 'Homophobie' manchmal irreführend?

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Di

06

Mai

2014

Eurovision Song Contest - Es geht um die Wurst...

Ich war nie ein großer Fan des Eurovision Song Contest - kurz ESC. Der ganze Hype rund um diese Veranstaltung ließ mich schon immer ziemlich kalt. Die Negativschlagzeilen vergangener Jahre im Hinblick auf die Menschenrechtssituation queerer Menschen in Ländern wie Russland (2009) oder Aserbaidschan (2012) trugen nicht gerade dazu bei, dass mein Interesse daran zunahm. Im Gegenteil, damals ärgerte ich mich fast schon, den ESC nicht boykottieren zu können, da ich ihn zugegebenermaßen sowieso nicht geschaut hätte - sei es nun wegen mangelndem Interesse oder der Tatsache, dass ich keinen Fernseher besitze.

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Do

24

Apr

2014

Freundschaft & Unverbindlichkeit?

In den letzten Jahren hat sich das Spektrum elektronischer Kommunikationsmittel massiv erweitert. Neben der wachsenden Vielfalt zeichnet sich hierbei auch ein deutlicher Trend hin zu mehr Mobilität ab. Informationen und Daten aus vielen verschiedenen Teilen der Erde sind nun auf Knopfdruck abrufbar. Diese Entwicklung hat zweifellos ihre Vorteile, indem sie beispielsweise den Zugang zu Informationen egalitärer werden lässt. Nahezu jede_r kann sich heute mit ein paar Klicks einen Überblick über Themen verschaffen, von denen sie/er bislang nichts oder nur wenig wusste.

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Fr

07

Mär

2014

Moralische Umerziehung und ihre Folgen

Wir schreiben das Jahr 2014. Eine kleine Gruppe standhafter Christen hat sich im Süden Deutschlands zusammengerottet zusammengefunden, um tapfer gegen die Verqueerung der deutschen Jugend zu kämpfen. Mit Spruchbändern und Plakaten trotzen sie der Vernunft moralischen Umerziehung, die ihre anständigen heteronormativen Kinder mithilfe eines neuen Lehrplans zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Trans*menschen machen will. Stelle sich das eine_r vor: Tausende regenbogenfarbener Wesen, die sich der natürlichen Ordnung von Mann und Frau widersetzen und nach und nach die Weltherrschaft an sich reißen. Gott bewahre!

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Do

27

Feb

2014

Stonewall Parade - Repolitisierung?

Ehrlich gesagt habe ich lange gezögert, in diesem Blog etwas über den CSD zu schreiben, weil hierzu seit Jahrzehnten dieselben Diskussionen unter neuem Gewand geführt werden. Trotzdem habe ich mich schließlich dazu durchgerungen, weil es eben doch noch Dinge gibt, die ich beizusteuern habe. Wer also die Schnauze voll hat von den endlosen Repolitisierungsdebatten und Kommerzvorwürfen rund um den CSD, sollte ab hier nicht mehr weiterlesen.

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Mi

19

Feb

2014

Was sind wir uns wert?

Ob in unserem Alltag oder im Beruf, als queere Menschen machen wir oft die Erfahrung, dass unsere Fähigkeiten nicht mit den Anforderungen unserer Umwelt übereinstimmen. Je nach Alter oder Geschlecht werden unterschiedliche Erwartungen an uns herangetragen. Was bei einem Jungen beispielsweise als erstrebenswert angesehen wird, kann bei einem Mädchen zu Irritation oder Ablehnung führen. Gleiches gilt umgekehrt natürlich auch für atypisches Verhalten bei Jungen. Fakt ist, dass wir als Menschen - ganz egal welchen Geschlechts - gezwungen sind, uns an einem System zu beteiligen, das unsere Eigenart, unsere Persönlichkeit, unsere Queerness und all die damit verbundenen Potentiale häufig nicht ausreichend wertschätzt.

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Do

13

Feb

2014

Homosexualität auf dem Seziertisch

In dieser Woche ging es bei Sandra Maischberger um das Thema "Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die 'moralische Umerziehung'?" Da ich mir die Sendung nicht angesehen habe, möchte ich mir darüber kein Urteil erlauben. Ob die Sendung - abgesehen vom polemischen Titel - viel zu bieten hatte, wage ich bei der Auswahl der Gäste und Maischbergers Talent als Moderatorin ehrlich gesagt zu bezweifeln. Aber immerhin hat es mich dazu veranlasst, mir darüber Gedanken zu machen, was mich an dem ganzen Hype im Vorfeld intuitiv gestört hat.

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Do

30

Jan

2014

Queering Spaces

Im Alltag sehe ich mich oft mit Situationen konfrontiert, in denen mir ungefragt Ideale, Normen oder ein sogenannter 'Common Sense' aufgedrückt werden. Dies geschieht in der Regel so subtil, dass kaum jemand merkt, wie dominant und aggressiv sie tatsächlich sind. Situationen, in denen ich über die Massenmedien halbnackte Frauen als 'den Traum ALLER Männer' angepriesen bekomme, in denen ich von Unbekannten selbstverständlich nach meiner FreundIN gefragt werde oder in denen stillschweigend vorausgesetzt wird, dass ich als Mann mich zwangsläufig mit einem gesellschaftlichen Ideal von Männlichkeit identifiziere.

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So

19

Jan

2014

Ausgebloggt? Von wegen!

Auf dem von mir sehr geschätzten Blog 'Samstag ist ein guter Tag', fand ich vor kurzem einen interessanten Artikel zur Frage, wieso immer mehr deutsche schwule Blogs lahmliegen. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem 'Nollendorfblog' und 'Think outside your box' erwähnt. Es wurde hervorgehoben, dass das Schreiben teils viel Energie und Zeit verschlingt. Das Einzige, das man im besten Fall zurückbekommt, sind hohe Klickzahlen, die einem wiederum das Gefühl geben, nicht in die endlose Weite des world wide web hineinzuschreiben. 

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Do

09

Jan

2014

Meine Meinung zu Thomas Hitzlspergers Coming Out

Endlich ist es geschehen – ein schwuler (Ex-)Profifußballer outet sich und die gesamte deutsche Medienlandschaft bricht in Begeisterungsstürme aus. Selbsternannte Experten sprechen von einem 'großen Schritt' und scheinen die Ansicht zu vertreten, dass das Coming Out von Thomas Hitzlsperger der gesellschaftlichen Anerkennung schwuler Männer in Deutschland einen massiven Vorschub leistet. So ist in der Siegessäule ein geradezu euphorischer Artikel vom Du&Ich-Chefredakteur Andreas Hergeth zu lesen, in der der Autor andere versteckt lebende schwule Profifußballer auffordert, mit ihrer Sexualität doch auch an die Öffentlichkeit zu gehen, denn 'nur so könnten wir Weltmeister werden'. Seine flappsige Äußerung, ein 'offen schwuler Fußballer habe nichts zu verlieren' zeugt von haarsträubender Naivität und erinnert an Schwulen-aktivistische Parolen der 70er Jahre.

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Fr

13

Dez

2013

Queere Weihnachtsrezepte - Tiramisu à la Tantouse

Wann, wenn nicht jetzt um die Weihnachtszeit, können wir es uns erlauben, ohne schlechtes Gewissen zu schlemmen. Vorsätze bzgl. einer Gewichtsabnahme können getrost auf das neue Jahr verschoben werden. Schließlich ist nur einmal im Jahr Weihnachten. Heute möchte ich euch meinen persönlichen Dessert-Klassiker vorstellen, der schon so manchen Schwulen von seinen noch so ambitionierten Diätplänen abgebracht hat. Die Rede ist vom sagenhaften 'Tiramisu à la Tantouse'.

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Fr

06

Dez

2013

Sich trauen zu träumen

Ich war schon immer recht starrsinnig. Wenn man mir als Kind sagte, etwas gehe nicht, kam meistens erstmal Widerspruch. Ein einfaches 'Nein' war völlig inakzeptabel, da musste schon noch eine gute Begründung kommen. Es war für meine Eltern oft sicher nicht einfach mit mir. Von Dingen, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte und die mir Spaß machten, ließ ich mich partout nicht abbringen. Im Gegenteil, oft weckte gerade erst der Versuch, mich davon abzubringen, meinem Widerspruchsgeist. Ob es für Jungen untypisches Spielzeug wie Puppen oder etwas anderes war, ich begriff nicht, weshalb ich etwas anderes toll finden sollte, als meine Schwestern.

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Di

12

Nov

2013

Was haben Lesben eigentlich mit Schwulen zu tun?

In meiner „lesbischen Karriere“ habe ich viele verschiedene Gruppen von Menschen kennen lernen dürfen: Lesben, die einfach nur lesbisch sind, welche, die sehr auf ihre Sprache achten, aktiv kämpfen, diskutieren, sich mit Geschlechtern und Rollen auseinander setzen. Ich habe unendlich viel gelernt über Bilder in der Gesellschaft, (Rollen)Erwartungen, dem Sinn von _innen, ich konnte Andere treffen, die irgendwie anders sind, was ihr Geschlecht betrifft. Ich war genervt von den Extremen. Ich fand meinen Weg, all das auch sein zu können.

 

Nun habe ich mit Schwulen viel zu tun und lerne eine neue Welt kennen.

 

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Do

24

Okt

2013

Diskussionsabend „Wie lebe ich queer?“

Unter dem Titel „Wie lebe ich queer?“ fand am 22.Oktober der erste Diskussionsabend der QueerGEIST-Veranstaltungsreihe „Zeit und Raum“ statt. Dreizehn Interessierte trafen sich zum Gedankenaustausch im gemütlichen Kellerraum des Cafés 'Sally Bowles' in der Eisenacher Straße in Berlin-Schöneberg.

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Mi

09

Okt

2013

Gedanken zum Coming Out Day

Passend zum 'Coming Out Day' am 11.10. möchte ich mich hier kritisch mit dem Thema Coming Out auseinandersetzen.

Die Strategie des Coming Out ist für eine weitgehend unsichtbare Minderheit wie die queere ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen Unsichtbarkeit und Vorurteile. Es kann als identitätsstiftendes Element während des Selbstfindungsprozesses eine entscheidende Rolle spielen, kann als eine Art Initiationsritus die Tür in eine Gemeinschaft Gleichgesinnter aufstoßen und eine gegenseitige Vernetzung - nicht zuletzt partnerschaftlicher Art - ermöglichen.

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Fr

27

Sep

2013

Queer - Diskurse und Fremdbilder

Ich möchte mich in diesem Eintrag der Frage widmen, auf welche Weise queere Menschen in den Medien diskursiviert werden, und welche Auswirkungen dies auf die Diskursivierung der eigenen Identität innerhalb queerer Räume hat. Da das Thema zugegebenermaßen ziemlich abstrakt klingt, werde ich versuchen, es mit Beispielen zu veranschaulichen.

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Do

05

Sep

2013

Vereinnahmung Intersexueller durch queere Menschen

Jede gesellschaftliche Gruppe - sei sie auch noch so klein - schafft sich interne Hierarchien; die queere Gemeinschaft macht hier leider keine Ausnahme: Sei es nun die weitverbreitete Tuntenfeindlichkeit in der schwulen Szene, die Trans*feindlichkeit in Teilen der lesbischen Szene, die allgemeine Ablehnung bisexueller Menschen unter Homosexuellen oder die Transvestitenfeindlichkeit unter Transsexuellen. Allen ist gemein, dass sie durch Abgrenzung gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen als scheinbar monolithische Gemeinschaft in Erscheinung treten.

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Mo

02

Sep

2013

Demo 'Enough is Enough! Open Your Mouth!' Teil 2

Als ich am Kudamm/Ecke Bleibtreustraße ankam, sah ich schon von weitem eine bunte Schar bestehend aus Menschen sämtlicher Nationalitäten, Geschlechter, Altersgruppen oder Subszenen. An den Schildern, Spruchbändern und Bannern prangten Aussagen wie: 'Stop Homophobia', 'Putin my ass' oder 'Liebe ist ein Menschenrecht'.

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Mo

02

Sep

2013

Demo 'Enough is Enough! Open Your Mouth!' Teil 1

Den folgenden Blogeintrag habe ich der Länge wegen in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil möchte ich kurz die Hintergründe der Demonstration umreißen und im zweiten Teil meine persönlichen Eindrücke wiedergeben. Wer also bereits ausreichend über die Hintergründe informiert ist, der/die möge bitte direkt zum zweiten Teil springen.

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Mo

02

Sep

2013

Veranstaltungsreihe 'Zeit und Raum'

Einmal ohne Stress über gesellschaftliche, fachliche oder politische Fragen aus der Community diskutieren zu können, ist die Voraussetzung für eine kreative Entwicklung und gegenseitiges Verständnis. Sich jenseits der alltäglichen Belastungen mit Zeit und Raum Menschen und Ideen zu öffnen, ermöglicht manchmal überraschende Lösungswege.

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Mi

28

Aug

2013

Einführung zum Thema Intersexualität

Dieser Eintrag beschäftigt sich mit einem Thema, das in queeren Diskursen oft nur am Rande angesprochen wird - Intersexualität. Um auch dem Laien/der Laiin das Thema etwas verständlicher zu machen, möchte ich im ersten Teil mit einer kurzen Einführung zum Thema beginnen, bevor ich mich in einem darauffolgenden Eintrag dem Thema aus queerer Perspektive widme. Was also genau bedeutet Intersexualität und welche Probleme sind damit verbunden?

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Mo

01

Jul

2013

Sichtbarkeit gleichgeschlechtlicher Paare im Alltag

Der berliner CSD 2013 ist schon wieder Geschichte, in anderen deutschen Städten steht er noch bevor. In keinem anderen Monat ist die Sichtbarkeit queerer Menschen in Berlin so groß wie im Juni zur sogenannten 'Pride week'. Wir hören Radio- und sehen Fernsehbeiträge zum CSD und an den Rathäusern flattern die Regenbogenfahnen im Wind. Überhall ist zu lesen, dass Homosexuelle ja inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien und der Großteil der deutschen Bevölkerung eine Gleichbehandlung befürwortet. Zwar gebe es auch heute noch hin und wieder Diskriminierung, doch sei dies die Ausnahme. Berlin ist schließlich eine tolerante, weltoffene Stadt, in der Homosexuelle frei leben können.

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Mo

17

Jun

2013

Was bedeutet 'queer'?

Seit einigen Jahren geistert nun schon ein Begriff durch die überwiegend schwul-lesbische Welt, dessen Bedeutung in diesem ersten Blog-Eintrag näher beleuchtet werden soll: Die Rede ist vom Fremdwort 'queer', das sich etwa seit der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends auch im deutschsprachigen Raum immer stärker durchzusetzen begann.

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QueerGEIST e.V.

Projekt für ein queeres Gemeinschaftszentrum in Berlin

 

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